Das Hundeschulenportal für die Bewertung Ihrer Hundeschule!!!!
Home
„Der Hund steht erst einmal an zweiter Stelle“
Interview mit Matthias Haufa, Redakteur des Online-Städteportals City-Nordhausen und Dieter Zurr, Hundetrainer und Therapeut für Problemhunde bei Dangerous-Dogs, der etwas anderen Hundeschule vom 04.02.2012.
Dieter Zurr zählt zu den erfolgreichen Hundetrainern in Deutschland – gemeinsam mit seiner Frau Andrea betreibt er die Hundeschule “Dangerous-Dogs“ und beschäftigt sich vorwiegend mit den Haltern von “Problemhunden“.
Es ist noch ruhig an diesem Tag auf der Äppel-Ranch im Stierstädter Feld in Oberursel. Aber es ist die Ruhe vor dem Sturm – denn gegen Nachmittag hat Dieter Zurr alle Hände voll zu tun. Der 55-jährige Hundetrainer gehört zu den Erfolgreichen seiner Branche. Seine Erfahrungen mit Problemhunden umfasst etliche Jahre.
Klicken Sie, bei den folgenden Fragen, auf das kleine um die Antworten zu lesen!
Das Problem bei Retriever und Co. ist der Mythos Familienhund. Leider haben viele Menschen noch nicht begriffen, dass Hunde nicht als Familienhund geboren werden, sondern zuerst dazu erzogen werden müssen! Das gilt übrigens auch für Rassen mit hoher Reizschwelle. Wir wollen schon mit dem Namen DANGEROUS-DOGS verständlich machen, daß erst einmal von jedem Hund potentiell eine Gefahr ausgeht. Was nichts damit zu tun hat, das er beisst o.ä. Es reicht doch schon, wenn ein Hund unvermittelt auf die Straße läuft, weil sein Halter unaufmerksam ist, und somit zu einer Gefahrenquelle wird.
Problematisch wird es, wenn das Verhalten des Hundes zu einer Störung oder sogar Belastung für seine Umwelt wird. Diverse Verhaltensweisen können dazu führen, dass das Leben mit dem Hund zum Problem wird. Schwierigkeiten mit den Nachbarn sind vorprogrammiert, wenn der Hund ständig bellt. Spaziergänge machen keinen Spaß, wenn der Hund alle anderen Hunde anfallen will. Wenn die Freunde wegbleiben, weil der Hund sie nicht in die Wohnung lassen will, steht man womöglich bald ganz alleine da. Im Prinzip ist jeder nicht erzogene Hund ein “Problemhund“.
Bei Dangerous-Dogs betrachten wir immer die Mensch-Hund-Beziehung. Denn heute wissen wir schließlich, dass der Schlüssel zum Erfolg beim Hundetraining der Zugang zum Menschen ist. Der Hund hingegen steht zunächst an zweiter Stelle. Wie gut beide, Mensch und Hund, zueinander passen, muss ein guter Hundetrainer ausloten, um dann Diskrepanzen zu analysieren. Diese geschieht während des ersten Gespräches vor Ort, der Anamnese.
Zunächst führe ich ein ausführliches Gespräch mit dem Hundebesitzer, um dessen soziale Charakteristik und seine Vorstellung von seinem Hund kennenzulernen.
In diesem Gespräch muss sich unser Kunde zu unserer Philosophie bekennen, und zwar zu 100%. Hier geht es im Schwerpunkt darum, den Hund in seinem Instiktapparat zu akzeptieren und entsprechend zu behandeln. Der Hund wird häufig nicht als Wesen selbst akzeptiert, sondern als allzeit willfährige Knetmasse zur Belustigung, Selbstdarstellung und Objekt unangebrachter Sentimentalität. Nicht das Individuum Hund wird betrachtet und geliebt, sondern das sentimentale Bild, das wir von ihm haben. Eine “Lassie-Haltung” , und das ist fatal und vor allem aber völliger Humbug.Entspricht dieses Wesen nicht mehr diesem Bild, macht sich Angst breit. Die mag begründet sein oder nicht, es liegt immer in der Verantwortung des Hundehalters, Risiken für andere auszuschließen. Jeder Hund hat eine Persönlichkeit vereint mit rassespezifischen Merkmalen und ausgestattet mit den Instinkten des Urvaters Wolf. Ganz gleich wie groß, klein, dick, dünn!
In einer nachfolgenden Analyse ist es wichtig, dass ein Hundebesitzer mit einem Hund interagiert. Beispielsweise, indem er ohne Hilfsmittel mit dem Hund sozial spielt. Ein anderer Test ist das Anbinden des Hundes in der sogenannten Vereinsamung: Nach einem kurzen Verschwinden des Besitzers kommt dieser zurück zum Hund. Je nach Art der Begrüßung weiß ich dann, wie der Hund die Beziehung zu seinem Menschen reflektiert. Die Beobachtung des Mensch-Hund-Teams im alltäglichen Umgang, ist für mich der wichtigste Part der Anamnese. Hier schaue ich genauestens auf das Verhalten und die körpersprachliche Aussage des Halters. Besonders diese Beobachtung gibt mir Aufschluss darüber, wo ich beim Hundeführer ansetzen muss.
Der Hundehalter muss als erstes verstehen, daß Probleme und Fehlverhalten nur aus der Sicht des Menschen bestehen. Der Hund macht nichts Falsches, wenn er sich Nahrung vom Tisch nimmt oder wie verrückt an der Leine zerrt. Dies entspricht seinen Trieben. Wenn Sie hier nun den Hund für etwas bestrafen, was aus seiner Sicht völlig normal bzw. artgerecht ist, versteht der Hund die Welt nicht mehr.
Nur wenn er diese Sicht auf den Hund akzeptiert, habe ich die Möglichkeit, Verhaltensänderungen beim Menschen zu etablieren, die dann automatisch eine Änderung beim Hund nach sich zieht.
Das kann man wohl sagen, der Hund kommt erst an zweiter Stelle. Es ist in der Tat der Halter und sein Verständnis von Führung, das Mensch und Hund zu einem Team werden lässt. Verhält sich der Mensch selbstbewusst, souverän und übernimmt die Verantwortung in der Beziehung, ist der wichtigste Schritt bereits getan.
Wikipedia beschreibt es so: Als souverän bezeichnet man die sichere oder überlegene Beherrschung einer Aufgabe.
Ein souveräner Hundeführer hat somit aus meiner Sicht 3 Eigenschaften: 1.Er macht was er will. 2.Er schaut nicht zurück. 3.Er stellt keine Fragen und diskutiert nicht.
Nein keine, mit Methoden ändert man kein Verhalten. Verhaltensänderungen bedürfen Einsicht. Die Veränderung der inneren Einstellung des Hundehalters ist die Basis unseres Trainings. Zur Hilfestellung haben wir bei Dangerous-Dogs keine Methoden, sondern 6 Grundsätze zur Hundeausbildung erarbeitet.
Grundsatz Nr. 1 - Zu 99% ist NICHT der Hund schuld! Grundsatz Nr. 2 - Der Hund agiert und der Mensch reagiert! Grundsatz Nr. 4 - Disziplin! Grundsatz Nr. 5 - Zuneigung! Grundsatz Nr. 6 - Bewegung!
Diese Grundsätze gepaart mit Zeit, Geduld und Konsequenz führen nachweislich zum Erfolg.
Inkonsequenz, Vermenschlichung, zu hohe Ansprüche an den Hund getrieben von diversen veralteten Regeln und Doktrinen, und sehr oft ist es die rosarote Brille mit Sicht auf den eigenen Hund.
Der häufigste Fehler bei Second-Hand-Hunden ist das Mitleid des Menschen. Hier wird der Hund oft aus Unwissenheit in seinen Ängsten und seinen falsch gelernten Verhaltensweisen bestärkt. Dadurch führt das somit bestätigte “Problemverhalten“ sehr häufig dazu, daß der Hund wieder zurückgegeben wird. Darum versuchen wir den örtlichen Tierschutz zu unterstützen.
Ein Hund nimmt seinen Besitzer vor allem über Körpersprache und Gestik wahr. Hier ist der Mensch gefordert. Die Kommunikation mit dem Hund muss auf seiner Ebene stattfinden. Dafür bedarf es Kenntnisse über Verhalten, Körpersprache und den Möglichkeiten der Konditionierung. Ein ständiges Einreden auf den Hund ist sinn- und nutzlos. Konflikte sollen durch Signale beigelegt werden, ohne den offenen Kampf. Das Rudel hätte sich ja wohl auch sonst nach kürzester Zeit selbst ausgelöscht, und so dumm ist eigentlich nur der Mensch.
Unsere Signalsprache ist für den Hund missverständlich und teilweise bedrohlich. Wir blicken ihm direkt in die Augen, beugen uns über ihn, laufen frontal auf ihn zu, grinsen ihn an (Zähne fletschen) und so weiter und so fort. Eine Menge Dummheiten, die uns der Hund da verzeiht, er muss uns für vollkommen inkompetent halten.
Weil die Art und Weise, wie ein Hund lernt, bei allen Hunden gleich ist. Und auch das Ergebnis eines Lernprozesses ist immer gleich, denn am Ende steht der Erfolg oder der Misserfolg einer gezeigten Aktion. Wieso soll es also einen Unterschied machen, ob der Hund beim Klingeln zur Tür läuft oder auf seine Decke geht? So, wie er ersteres als erfolgreiches Verhalten abgespeichert hat, kann man ihm genauso schnell eine sinnvolle Alternative zeigen. Wo andere mit unsinnigen oder gefährlichen Hilfsmitteln (Kopfhalti, Starkzwang) versuchen, den Hund mit Druck zu manipulieren, beginnen wir schon im Ansatz und entziehen dem Hund für einen Moment die Grundlage seines Verhaltens. Die positive Bestätigung des Neuverhaltens ist dann natürlich ein absolutes Muss.
Eine wirkliche, von gegenseitigem Vertrauen getragene Beziehung kann nicht durch Technik zustande gebracht oder aufrecht erhalten werden, und Probleme im Zusammenleben sind niemals mit Gewalt oder Zufügen von Schmerzen zu lösen, im Gegenteil: Durch das Zufügen von physischen oder psychischen Schmerzen leben die Hunde ununterbrochen in Angst- und Stresszuständen, ohne Vertrauen und Sicherheit. Darum lehnen wir jeglichen Starkzwang ab. Mit der Aktion wollen wir überzeugen, daß es besser ohne Stachel & Co. geht.
Wenn die Züchter ihre Welpen den „neuen Besitzern“ übergeben, wird beim Welpen eine enorm wichtige (und für’s Leben prägende) Entwicklungsphase unterbrochen, die Sozialisierungsphase. In dieser Phase würde der Welpe, bliebe er in seinem bisherigen Rudel, im Umgang mit seiner Mutter, im Umgang mit anderen erwachsenen Artgenossen und im Umgang mit seinen „Geschwistern“ lernen, wie man sich untereinander verständigt und sich „angemessen“ zu verhalten hat. Diese Aufgabe muss nun die Familie übernehmen und hier gibt es natürlich einiges Wichtiges zu beachten.
Außerdem richtet sich das Angebot an Second-Hand-Hundehalter, die ihr Tier z.B. aus dem Tierschutz übernommen haben. Auch hier muss man von Anfang an den richtigen Weg beschreiten. Mitleid ist hier fehl am Platz. Das Gegenteil von GUT ist gut gemeint.
Es gibt eine Unmenge an Hundeschulen und Hundetrainern, die Ihre Qualifikation durch seitenlange Aufzählungen von besuchten Seminaren, Workshops, Vorträgen usw. unter Beweis zu stellen versuchen. Bei Dangerous-Dogs sprechen die Erfolge und die zahlreichen Kundenempfehlungen für sich.
Es müssten normalerweise weit mehr sein, denn das ist jede Stunde mit Dangerous-Dogs wert. Sie müssen das gesamte Paket sehen. Bei uns benötigen Sie nur wenige Stunden, um Erfolge zu sehen, und wir geben dem Halter Hilfe zur Selbsthilfe. Unsere Kunden hören nicht von uns : jetzt haben Sie aber ordentlich Arbeit vor sich, die nächsten Wochen und Monate werden anstrengend, ein Hund braucht mindesten 30.000 Wiederholungen und ähnliches dummes Zeug. Im Durchschnitt liegen die Kosten für eine Therapie bei 600 €, das ist weniger, als jeder kleine Hund bei einem guten Züchter kostet.
Mit anderen Hundeschulen kann man uns nicht - und wollen wir auch nicht - verglichen werden, denn dazu sind die Lösungsansätze viel zu verschieden. Wie hieß es schon in der Schule: Man kann Äpfel und Birnen nicht miteinander vergleichen. Bei Dangerous-Dogs muss der Kunde in jeder Hinsicht die Entscheidung treffen: Sekt oder Selters.
Eine art- und tierschutzgerechte Hundehaltung, das allgemeine Verständnis vom Wesen des Hundes und der partnerschaftliche und harmonische Umgang von Bevölkerung, Hundehaltern und Hunden sowie die vorurteilsfreie Kommunikation zwischen verantwortungsbewussten Hundehaltern und informierten Nicht-Hundehaltern.
1 Mensch
wurde 2008 durch einen Hund getötet. Das ist sehr traurig. Zum Vergleich: Im Straßenverkehr verloren im gleichen Jahr 4477 Menschen ihr Leben.
10 Millionen
Menschen haben 5,5 Millionen Hunde. Trotz dieser großen Bevölkerungsgruppe gibt es immer noch Parkanlagen mit Hundeverbot und Mietverträge, die Hundehaltung verbieten.
244 Millionen
Euro hat die Hundesteuer 2008 in die Kassen der Gemeinden gespült - wozu das Geld verwendet wird, entscheiden allein die Gemeinden.